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Editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
hin und wieder bekommt die LOBBI Anfragen in der Art: Kann ich mit einer multikulturellen Jugendgruppe an der Ostsee die Ferien verbringen? Oder:Ich möchte in den Ort XY ziehen. Ist meine aus Asien stammende Frau dort sicher? Oder wie die jüngste Anfrage im Dezember: Ich habe ein afrikanisches Kind. Kann ich auf der Insel ein Ferienhaus erwerben oder werden wir dort angepöbelt?
Was würden Sie antworten? Zu sagen „Da passiert schon nix. Schönen Urlaub!“ wäre fahrlässig. Denn es gab und gibt in Mecklenburg-Vorpommern rassistisch motivierte verbale und körperliche Attacken. Andererseits möchten wir diesen Menschen weder die zweifellos schönen Erholungsmöglichkeiten vorenthalten. Noch wollen wir unfreiwillig daran mitwirken, dass das Bild der „weißen Strände“ sich nicht nur auf den Sand, sondern auf die Hautfarbe der Gäste bezieht.
Wir nehmen die Befürchtungen der Fragenden ernst und geben ihnen eine möglichst objektive Beschreibung der Lage vor Ort. Wir haben den Eindruck, dass dies bislang glücklicherweise nicht dazu geführt hat, dass die Betreffenden ihre Pläne aufgegeben haben.
Die Anfragen machen deutlich, dass rechte Gewalt und der Umgang damit über die direkt Angegriffenen hinaus Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl von ganzen Gruppen hat. Sind es 100 Menschen, die aus diesen Gründen nicht nach M-V kommen? Sind es 1000? Oder mehr? Und das ist nicht (nur) eine Frage für die Tourismusindustrie!
Vielen Dank!
Für die kontruktive und kritische Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedankt sich die LOBBI bei vielen KooperationspartnerInnen.
Private Spenden und die Berücksichtung bei der Vergabe von Bußgeldern durch die Justiz sind eine wichtige Stütze. Wir sehen dies auch als Anerkennung unserer Arbeit. Auch dafür vielen Dank!
Nichtzuletzt gilt unsere besondere Wertschätzung unseren FreundInnen, Praktikanten und Förderern für ihre Unterstützung.
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