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Chronologie antisemitischer Vorfälle in Mecklenburg-Vorpommern März 2008 - März 2009
März
16. März 2009 - Schwerin
Im Stadtteil Zippendorf werden ein eingeritzter Davidstern und ein antisemitischer Spruch auf einem Baumstumpf entdeckt. Quelle: Polizei MV
14. März 2009 - Lühmannsdorf (Landkreis Ostvorpommern)
Auf einer NPD Saalveranstaltung lässt sich "Fraktionschef NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs mit seiner ihm eigenen Freude verbal an den "Krummnasen" und dem Zigeunerjuden" Michel Friedman aus." Zitat und Quelle: Pressemitteilung Front Deutscher Äpfel M-V
03. März 2009 - Waren/Müritz
Der an die ehemalige Synagoge erinnernde Gedenkstein am Ufer des Tiefwarensees wird mit einem Hakenkreuz und den Buchstaben ANSW beschmiert. Quelle: Nordkurier
Anfang März 2009 - Waren/Müritz
Unbekannte beschmieren die vier Stolpersteine zur Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Zeit am Markt mit einer braunen Masse. Die Steine müssen zur Reinigung ausgebaut werden. Quelle: Nordkurier
Februar
25. Februar 2009 - Saarbrücken
Nachdem Udo Pastörs beim politischen Aschermittwoch der saarländischen NPD in
Saarbrücken u.a. die BRD als "Judenrepublik" betitelt, ermittelt nun die zuständige Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachtes der Volksverhetzung. Quelle: NPD-Blog.info
Januar
29. Januar 2009 - Schwerin
Der NPD-Fraktionschef Udo Pastörs polemisiert im Landtag gegen den Staat Israel und erhält dafür zwei Ordnungsrufe. Er nennt Israel einen "Terrorstaat" und fordert, dem Zionismus den Kampf anzusagen. Quelle: Nordkurier, Ostseezeitung
28. Januar 2009 - Schwerin
Die Schweriner NPD provoziert beim Gedenken an die Nazi-Opfer im Landtag - mit dem Hinweis auf einen "Holocaust in Gaza". Quelle: TAZ
27. Januar 2009 - Stralsund
Vier Stolpersteine in der Mönchstraße werden mit Mörtel beschmiert. Die Gedenktafeln erinnern an das Schicksal von jüdischen Bürgern der Hansestadt, die von Nationalsozialisten vertrieben, deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden. Quelle: Ostseezeitung
27. Januar 2009 - Schwerin
Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hängt die NPD aus dem
Schweriner Schloss eine Palästina-Fahne. Die sei "Ein Zeichen gegen zionistische
Unterdrückungspolitik", so der NPD-Abgeordnete Tino Müller. Des Weiteren bezeichnet er Israelis als gehätschelte Opfer. Quelle: TAZ
26. Januar 2009 - Anklam
Der wegen Volksverhetzung angeklagte Iwan Götz zieht vor dem Amtsgericht seinen Widerspruch gegen einen verhängten Strafbefehl von acht Monaten auf Bewährung zurück. Er hatte bei einer Veranstaltung in Anklam zwei Jahre zuvor, vor laufender Kamera den Holocaust, den Massenmord an den Juden, geleugnet. Quelle: Nordkurier
20. Januar 2009 - Greifswald
Zwei Neonazis verteilen -mit weißen Schutzanzügen mit roten Farbspritzern verkleidet -Flugblätter zum Krieg in Gaza auf dem Greifswalder Marktplatz. Quelle: Antifa HGW
17. Januar 2009 - Bentwisch (Landkreis Bad-Doberan)
Die selbsternannten "Bürger des deutschen Reiches" planen in einem Hotel eine Vortragsveranstaltung durchführen. Die Hotelleitung sagt den Veranstaltern ab, nachdem eine Antifagruppe sie über die kruden revisionistischen und antisemitischen Theorien der Referenten informiert. Quelle: a3.blogsport.de
17. Januar 2009 - Rostock
Auf einer Kundgebung unter dem Motto "Solidarität mit Gaza" werden vereinzelt antisemitische Parolen skandiert. So hieß es auf Plakaten "Stop the Holocaust in Gaza! "Zionism = Fascism" und "Zionistische Mörderbande". Ein weiteres Transparent unbekannten Inhalts wird in Absprache mit den VeranstalterIinnen während der Kundgebung von der Polizei eingezogen. Quelle: a3.blogsport.de
Mitte Januar 2009 - Teterow (Landkreis Güstrow)
Unbekannte zerstören eine Gedenktafel für die frühere Synagoge der Stadt. Nach Polizeiangaben sei vermutlich mit einem stumpfen Gegenstand oder Werkzeug auf die Granittafel eingeschlagen worden. Die Tafel sei dabei in mehrere Teile zerbrochen. Der Schaden wurde am 11. Januar entdeckt. Quelle: Osteseezeitung
08. Januar 2009 Rostock
In der Nacht wird ein Anschlag auf das Haus der Jüdischen Gemeinde in der Steintor-Vorstadt verübt. An der Straßenfront wurden fünf Scheiben zerstört, darunter das Oberlicht über der Eingangstür, in das ein Davidstern eingeschliffen ist. Quelle: Ostseezeitung
03. Januar 2009 - Güstrow
Etwa 25 vermummte Neonazis ziehen unangemeldet durch die nördliche Barlachstadt und skandieren antisemitische Parolen. Wie bereits bei den Farbattacken mit rechtsextremem und antisemitischem Inhalt im ganzen Stadtgebiet vermutet die Polizei die "Autonomen Nationalisten Güstrow (ANG)" hinter dieser erneuten Provokation. Quelle: Schweriner Volkszeitung
1.-3. Januar 2009 Rostock
Im Zeitraum von drei Tagen werden Schmierereien am Haus der Jüdischen Gemeinde festgestellt. Unbekannte hatten die Buchstaben "FBI" sowie "P" an die Wand gemalt und die Schrifttafel vor dem Haus beschmiert. Quelle: Ostseezeitung
Anfang Januar 2009 - Rostock
In den ersten Januartagen beschmieren vermutlich Neonazis aus dem Umfeld der "Nationalen Sozialisten Rostock" (NSR) eine Turnhalle im Stephan-Jantzen-Ring im Ortsteil Schmarl u.a. mit Parolen wie "Fuck of Israel", "Zionismus zerschlagen" und "Mörder Israel". Die UrheberInnen hinterlassen das Kürzel NSR, sowie einen Verweis auf ihre Internetpräsenz. Quelle: a3.blogsport.de
Anfang Januar 2009 - Rostock
An zwei Fahrbahnunterführungen nahe der Rövershäger Chaussee am Ortsausgang Rostock tauchen volksverhetzende und antisemitische Schmierereien wie "Juden raus" und "Fight USrael" auf. Diese sind mit NSR (Nationalen Sozialisten Rostock) unterzeichnet.
Quelle: a3.blogsport.de
Anfang Januar 2009 - Teterow
Unbekannte schmieren an die Fassade eines Hauses, Am Schulkamp, in Teterow antizionistische Losungen wie "Scheiß Israel". Quelle: a3.blogsport.de
Januar 2009 - Greifswald
An ein Stromhäuschen in der Rigaer Straße wird der Spruch "Sechs Millionen Juden sind nicht genug." geschmiert. Quelle: Ostseezeitung, Antifa Greifswald
Dezember
Ende Dezember 2008 - Güstrow
Am jüdischen Friedhof werden Holocaustleugnende Sprüche geschmiert. "Bomben auf Israel" steht an der früheren Synagoge im Krönchenhagen. Auch andere Gebäude werden durch die ANG (Autonome Nationalisten Güstrow) mit rechtsextremen und antisemitischen Parolen besprüht. Quelle: Ostseezeitung, Schweriner Volkszeitung
03. Dezember 2008 - Möllenhagen (Landkreis Müritz)
Eine Bushaltestelle in dem Ort wird großflächig mit rechten Graffitis verunstaltet. Unter anderem ist der Spruch "Palästina hilf uns doch Israel gibts immer noch" (im Original) zu lesen. Quelle: LOBBI
November
November 2008
In dem Antrag "Antigermanismus bekämpfen" der NPD im Schweriner Landtag sind Fremdenfeindlichkeit und die (Mit-)Schuld der Juden an den Novemberpogromen Eckdaten diesen Antrags. So seien die "antijüdischen Unruhen" nur durch den von "Deutschenhaß [sic!] motivierten Mordanschlag" des Juden Herschel Grynszpan ausgelöst worden. Ebenso hätte der "Boykottaufruf des Jüdischen Weltkongresses gegen die deutsche Wirtschaft" zu den Maßnahmen gegen jüdische Geschäfte in Deutschland im April 1933 geführt. Quelle: Endstation Rechts
09. November 2008 - Waren/Müritz
Vermummte Neonazis stören mit israelfeindlichen Parolen und einem Transparent eine Gedenkveranstaltung. Auf dem Markt soll mit einer Stolpersteinverlegung an die, in der NS-Zeit, ermordeten jüdischen Bürger aus Waren erinnert werden. Quelle: Schweriner Volkszeitung, Nordkurier
09. November 2008 - Demmin
Unbekannte schänden den jüdischen Friedhof. Vermutlich in der Nacht zum 10. November sind etwa zehn Grabsteine umgestoßen und mehrere Gestecke, die zum Gedenken dort niedergelegt worden waren, beschädigt worden. Quelle: Endstation Rechts
08. November 2008 - Waren/Müritz
In der Nacht werden die Türen der Georgenkirche mit eindeutig zu verstehenden
Zeitungsartikeln zugeklebt und Blumenkübel vor der Parfümerie Amarillis umgetreten. In dem Geschäftshaus hatte die jüdische Familie Löwenberg bis zu ihrer Verhaftung 1938 gelebt. Dort sollen am Folgetag Stolpersteine verlegt werden. Quelle: Nordkurier
2./3. November 2008 - Greifswald
Unbekannte beschmieren im Ostseeviertel den Sky Markt, Woolworth sowie das AXA-Center. Neben einem Hakenkreuz sind auch mit Parolen wie "Nationaler Sozialismus jetzt" und "Stoppt Israel" zu finden. Quelle: Ostseezeitung
Oktober
03. Oktober 2008 - Stralsund
Auf einer rechten Demonstration fällt besonders eine 60-köpfige Gruppe "nationaler Sozialisten" durch wüste Schmährufe gegen Israel wie "Nie wieder Israel" auf. Quelle: Ostseezeitung, LOBBI
September
22. September 2008 - Gadebusch (Landkreis Nordwestmecklenburg)
Sämtliche Fensterscheiben der Geschäftsstelle der LINKEN werden mit rechten Parolen, Beschimpfungen und Hakenkreuzen beschmiert. Neben Sprüchen wie: "Ob Ost, ob West - nieder mit der roten Pest!", die in den vergangenen Wochen auch schon an das Gebäude des "Kultur und Toleranz e.V." gesprüht wurden, ist auch "Blut muss fliessen, knüppelhageldick und wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik" zu lesen. Quelle: Schweriner Volkszeitung, LOBBI
16. September 2008 - Rostock
Während des Bundesligaspiels des FCHansa gegen den Sankt Pauli aus Hamburg singen einzelne Rostocker Fans "Wir bauen eine U-Bahn von Sankt Pauli bis nach Auschwitz". Quelle: fcstpauli.com
04. September 2008 - Heringsdorf
Unbekannte Täter schmieren in der Nacht auf einer Länge von über zwei Kilometern auf und an die Promenade Parolen mit schwarzer Farbe. Neben "National statt Global!", "NS-
Widerstand!" findet sich auch der Spruch: "Stoppt Israel!". Quelle: Polizei MV
Juli
16. Juli 2008 - Güstrow
Der Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof und acht Grabsteine werden mit Hakenkreuzen, sowie der Aufschrift "C 18" beschmiert. Das Kürzel steht für "Combat 18", eine ursprünglich britische Neonazi-Organisation. Die Ziffern 1 und 8 bedeuten entsprechend der Buchstabenfolge des Alphabets: AH-Adolf Hitler. Quelle: TAZ, Schweriner Volkszeitung
Juni
07. Juni 2008 - Neubrandenburg
Auf einer rechten Demonstration zieht Udo Pastörs (NPD) über das "Weltjudentum", "den jüdischen Mob" und über die Kanzlerin, die jüngst erklärte, die Unterstützung eines Staates Israel gehöre zur deutschen Staatsräson, her. Quelle: Nordkurier
Mai
20. Mai 2008 - Greifswald
Im Rahmen einer bundesweiten Razzia gegen die Neonazi-Organisation Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) wird auch die Wohnung des "Leitstellenführers" Ragnar Dam durchsucht. Der Greifswalder Biologie-Student soll "Rassenschulungen" durchgeführt haben.
Zu den Inhalten der "Schulungsveranstaltungen" gehörte auch das Vorführen des antisemitischen Propagandaflimes "Der ewige Jude". In dem nationalsozialistischen Machwerk, das im Auftrag des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels erstellt wurde, werden Menschen jüdischen Glaubens mit Ratten und Ungeziefer verglichen. Quelle: Recherche Nord
16. Mai 2008 - Greifswald
Am Rewe in der Grimmer Straße werden Sprühschablonen mit der Aufschrift "Israel- du Opfer" und einer Wolfsangel entdeckt. Weitere neonazistische Schablonensprühereien mit dem NS Slogan "Arbeit macht frei" tauchen in Schönwalde auf. Quelle: Antifa Greifswald
13. Mai 2008 - Greifswald
Nazis beschmieren einen Bauzahn am Klinikum mit neonazistischen Parolen wie "Nationaler Sozialismus jetzt" und Hakenkreuzen, auch der Studierendenclub Kiste wird besprüht. Hier finden sich neben Hakenkreuzen auch Sprüche wie "Juden raus". Quelle: Antifa Greifswald
08. Mai 2008 - Grevesmühlen
In der mecklenburgischen Kleinstadt werden Datenträger mit volksverhetzenden Propagandainhalten verteilt und CD's mit antisemitischen Inhalten in zahlreichen Briefkästen
hinterlassen. Quelle: Recherche Nord
07./08. Mai 2008 - Boitzenburg
In der Nacht wird das Ehrenmal zum Gedenken der Häftlinge des Konzentrationslagers
Neuengamme, Außenlager Boizenburg geschändet. Unbekannte Täter beschmierten den Gedenkstein mit einem Hakenkreuz und einem weiteren Nazi-Symbol. In das Frauenaußenlager waren 1944 400 ungarische Jüdinnen deportiert worden. Quelle: Polizei MV, KZ-Gedenkstätte Neuengamme
März
24. März 2008 - Rostock
Auf dem jüdischen Friedhof der Stadt wird die Schändung einer Gedenkstele entdeckt. Die Täter sprühen mit Schablonen das Kürzel C-18 auf den Stein. Quelle: Ostseezeitung
15. März 2008 - Neustrelitz
Drei vierzehn bis achtzehnjährige Jugendliche reißen das schmiedeeiserne Tor zum jüdischen Friedhof aus den Angeln und stoßen Grabsteine um. Anschließend greifen sie einen libanesischen Asylbewerber an. Quelle: Nordkurier
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