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Rechte Gewalt: Bützow kommt nicht zur Ruhe

Am Wochenende schlugen rechte Gewalttäter auf Gäste einer Geburtstagsparty in Bützow ein. Ein breites gesellschaftliches Bündnis will sich den rechtsextremistischen Tendenzen in der Kleinstadt entgegenstellen.

Ostseezeitung vom 15.01.2008

Bützow/Rostock (OZ) Wieder sorgen brutale Schläger für Unruhe in Bützow (Landkreis Güstrow). In der Nacht zum Sonntag griffen Männer aus der rechten Szene eine Gruppe von etwa 20 jungen Leuten an, die auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks eine Geburtstagsparty feierten. Dabei verletzten die Rechten nach Angaben der Polizei vier Partygäste, von denen einer mit einer Bierflasche niedergeschlagen wurde. Die Polizei konnte daraufhin fünf Tatverdächtige festnehmen. Laut Staatsanwaltschaft Rostock gehören zu den jetzt Beschuldigten auch Personen, gegen die wegen der Randale auf dem Bützower Stadtfest im August 2007 Ermittlungen eingeleitet wurden. Damals hatte ein offenbar rechtsextremistisch beeinflusster Mob die 8000-Einwohner-Stadt in Angst und Schrecken versetzt. 40 Randalierer demolierten Verkaufsstände, brachen in einen Döner-Imbiss ein und legten Feuer.

"Der Vorfall vom Wochenende zeigt, dass das Problem nach wie vor da ist", sagte Kathrin Oxen gestern. Die Pastorin koordiniert ein Bützower Bündnis, das sich nach der Stadtfest-Randale gegründet hatte. Die Teilnehmer aus Schulen, Kirchgemeinden, Parteien sowie Sportvereinen wollen die Gesellschaft im Umgang mit dem Rechtsextremismus sensibilisieren. Kathrin Oxen schätzt den harten Kern der rechten Szene in Bützow auf zehn bis zwanzig Leute. "Wir können dieses Problem nicht länger ignorieren." Das betonte auch Bützows Bürgermeister Lothar Stroppe (parteilos). "Die Gewalttäter müssen so schnell wie möglich vor Gericht." Bützow komme erst wieder zur Ruhe, wenn die Personen verurteilt seien. Die Verhandlung gegen sechs Stadtfest-Randalierer findet Mitte Februar statt. "Die Leute sind namentlich bekannt." Ihre Taten müssten angesprochen und öffentlich gemacht werden - in allen Bereichen. Zum Beispiel in den Sportvereinen. So hatte der TSV Bützow von den Sportlern des Vereins die Unterschrift unter eine Erklärung verlangt. Inhalt: Verzicht von Gewalt und Rassismus sowie auf das Tragen von Marken der rechtsextremen Szene wie Thor Steinar oder Consdaple. Einige Mitglieder verweigerten die Unterschrift. Der Verein drohte mit dem Ausschluss. Mittlerweile hätten alle unterzeichnet, so TSV-Präsident Karl Bittmann.

Die rechte Szene trete in Bützow zwar äußerst brutal auf, sei aber nicht organisiert, sagte Tim Bleis vom Verein "Lobbi", der sich um Opfer rechtsextremistischer Gewalt kümmert. Es gebe in der Kleinstadt bislang keine Kameradschaften oder NPD-Strukturen.

AXEL MEYER

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