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Überfall auf Jugendklub: "Das waren Rechte"

Ostseezeitung vom 03.04.2008

Garlitz (OZ) Das Rätselraten über die Hintergründe des Überfalls auf einen Jugendklub im Lübtheener Ortsteil Garlitz (Landkreis Ludwigslust) geht weiter. Drei Verdächtige wurden festgenommen, kamen aber gegen Auflagen wieder auf freien Fuß. Waren es Neonazis, die in der Nacht zum Sonnabend zwei Besucher mit Schlagringen und Baseballschlägern verprügelten? Mehrere Jugendliche betonten nach dem Überfall: "Das können nur Rechte gewesen sein." Insgesamt 14 Personen seien in sieben Autos herangerast. Erst seien drei, später elf weitere Vermummte in den Klub gestürmt. Opfer Marcel D.: "Drei kamen gleich auf mich zu, einen konnte ich noch wegschubsen, der Zweite schlug mir mit einem Schlagring auf den Hinterkopf." Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau (SPD) verneint jedoch einen rechtsextremen Hintergrund. Sie stellt aber klar: "Diese Brutalität zeugt von hoher krimineller Energie." Ansonsten gibt sie sich wortkarg. Auch der Garlitzer Ortsteilvorsteher Thomas Hauschild will davon nichts wissen. "Wir haben mit Rechten hier keine Probleme", sagt er. Der Staatsanwaltschaft Schwerin zufolge sei der Überfall Tage zuvor während eines Osterfeuers im benachbarten Melkof provoziert worden. "Dort wurde jemand bedroht", sagt Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek. Die Täter hätten in Garlitz rausfinden wollen, wer das war.

Nach OZ-Informationen soll ein NPD-Mitglied versucht haben, Einfluss auf die Jugendlichen in der Einrichtung auszuüben. Das sei kein Einzelfall: "Neonazis wollen immer öfter gerade bei abgelegenen Jugendklubs einen Fuß in die Tür bekommen", meint Tim Bleis von der Opferberatung "Lobbi".

Träger des Jugendklubs in Garlitz ist die Stadt Lübtheen. Wer jedoch die Einrichtung betreut, weiß selbst in der Stadtverwaltung niemand. Der örtliche Jugendpfleger Florian Schieseer jedenfalls will nichts sagen: "Von mir bekommen Sie keinen Hinweis."

B. FISCHER

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