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Gedenkstein übel beschmiert

Nordkurier-Waren vom 04.03.2009

Waren (THB). In Waren ist gestern der an die ehemalige Synagoge erinnernde Gedenkstein am Ufer des Tiefwarensees beschmiert worden. "Ein Bürger zeigte die Straftat bei der Einsatzleitstelle an", sagte der Leiter des Warener Polizeireviers, Jens Fischler. Auf den Gedenkstein sind mit roter Farbe ein Hakenkreuz und die Buchstaben ANSW geschmiert worden. Wie es gestern weiter von der Polizei hieß, wolle das Ordnungsamt der Kreisstadt den Stein schnell wieder säubern lassen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kay Bolick vom Neubrandenburger Verein zur Unterstützung von Opfern rechtsextremistischer Gewalt "Lobbi" vermutet hinter dem Anschlag die so genannten Autonomen Nationalisten. Die nach seiner Einschätzung aktionsbereitesten Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern werden auch für zahlreiche Straftaten in Güstrow, Teterow und Rostock verantwortlich gemacht. Diese Gruppierung soll auch für die Störungen am 9. November in Waren "zuständig" gewesen sein, als viele Einwohner der Kreisstadt der Opfer der Nazi-Pogrome gedachten. Die Gruppierung kopiert im äußeren Erscheinungsbild den so genannten Schwarzen Block der linksautonomen Szene, schreibt der Verfassungsschutz.

Der Gedenkstein für die jüdische Synagoge ist vor einigen Jahren schon einmal mit rechtsextremistischer Propaganda beschmiert worden, erinnert sich Polizeirevier-Chef Fischler.

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