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Aufklärung über rechte Szene
Nordkurier-Neubrandenburg vom 16.03.2009
NEUBRANDENBURG (TRO). Könnten Neonazis ab kommendem Sommer einige Vertreter des
Stadtparlaments in Neubrandenburg stellen? Auch mit dieser Frage haben sich am
Freitagabend vorwiegend junge Leute beim zweiten Antifatresen des
Antifaschistischen Jugendbündnisses Neubrandenburg (AJUB) im Alternativen
Jugendzentrum (AJZ) beschäftigt. Unter dem Motto "Sitzen bald Neonazis im
Neubrandenburger Rathaus? Die rechte Szene in Neubrandenburg und M-V im
Superwahljahr 2009" klärte Referent Kay Bolick vom Verein "LOBBI", der Opfer
rechtsextremer Gewalt unterstützt, auch über grundsätzliche Strukturen in der
rechtsextremen Szene auf.
Bolick schätzte bei seinem Vortrag die Erfolgsaussichten und Personalsituation
der Rechtsradikalen für den Kommunalwahlkampf in Neubrandenburg ein. Das
Potenzial sei nicht nur durch die wegfallende Fünf-Prozent-Hürde, das Wahlrecht
ab 16 Jahren und die verankerte Wählerschaft in bestimmten sozialen Schichten
und Stadtgebieten gegeben. Auch die Unterstützung von Neonazis aus angrenzenden
Landkreisen und die steigenden Wahlerfolge seit 1994 seien sichere Warnsignale,
so der Experte.
Mit den Ausführungen vom Freitag wolle man die Jugendlichen für das Problem
sensibilisieren, sagte Organisator Andreas Kurz vom AJUB. "Wichtig ist, dass ein
Problembewusstsein geschaffen wird, um im Wahlkampf Stellung zu beziehen, aber
auch langfristig entgegenzuwirken. Vor allem in öffentlichen Einrichtungen soll
nach Entdeckung solch eines Problems argumentiert werden", so Kurz weiter.
Der Antifatresen im AJZ findet einmal im Monat zu einem bestimmten Thema statt.
Auch in Hinsicht auf den Naziaufmarsch am 1. Mai, der laut Kurz als
Wahlkampfauftakt der Rechten herhalten könnte, sollen Veranstaltungen und
Aktionen mithilfe des Antifatresens folgen.
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