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Berliner Touristen verprügelt und Holocaust geleugnet: Bewährungsstrafen für
vier junge Männer
NPD-BLOG vom 23.07.2009
Wegen Körperverletzung und Volksverhetzung hat das Amtsgericht Pasewalk am 22.
Juli 2009 vier junge Männer zu Freiheitsstrafen zwischen acht und 20 Monaten
verurteilt. Wie die Opferberatung Lobbi Ost mitteilte, seien die Strafen für
zwei Jahre, bei einem Angeklagten für drei Jahre, zur Bewährung ausgesetzt
worden. Das Schöffengericht sah es den Angaben zufolge als erwiesen an, dass die
vier Angeklagten aus dem Uecker-Randow-Kreis vor einem Jahr auf dem Zeltplatz
Ückeritz auf der Insel Usedom mehrere Jugendliche attackiert und antisemitische
Parolen gebrüllt hatten.
Lobbi Ost schreibt weiter: In der Nacht zum 22. Juli 2008 grölten die
Angeklagten mit weiteren Personen rechtsradikale Sprüche auf dem Campinggelände.
Unter anderem sangen sie nach der Melodie der "Vogelhochzeit" Textzeilen wie "In
Buchenwald, in Buchenwald, da machen wir die Juden kalt" und "In Majdanek, in
Majdanek, da machen wir aus Juden Speck". Berliner Jugendliche, die in Nähe
zelteten und dies hörten, stellten die vorpommersche Gruppe daraufhin zur Rede.
In der folgenden Diskussion leugneten die Rechten, dass in der Zeit des
Nationalsozialismus überhaupt "Drecksjuden" ermordet wurden. Nachdem einer der
Täter einen Countdown herunter zählte, schlugen die Angeklagten auf die Urlauber
ein und verletzten drei von ihnen.
Englische Musik als Grund für Gewalt…
Eine weitere Berliner Campergruppe wurde von den gleichen Tätern umstellt und
angepöbelt, dass sie "nicht arisch" wären, weil sie eine arabische Wasserpfeife
bei sich hatten. Außerdem forderten sie von einem Jugendlichen, die
englischsprachige Musik, die er vom Handy abspielte, zu löschen. Als er sich
weigerte, schlugen die Täter ihn nieder und traten auf ihn ein. Die Täter wurden
noch in der Nacht von der Polizei festgenommen.
Die angegriffenen Jugendlichen gaben während ihrer Zeugenaussagen laut Lobbi Ost
an, künftig keinen Urlaub mehr in dieser Region zu verbringen. Der Richter
würdigte in der Verhandlung die Zivilcourage der jungen Berliner und wies die
Angeklagten auf die verheerende Wirkung der Taten hin. Die weitgehend
schweigenden Täter zeigten laut Lobbi Ost vor Gericht keinerlei Reue. Das Urteil
ist bereits rechtskräftig.
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