Haftstrafe nach rassistischem Angriff in Wismar bestätigt

Pressemitteilung vom 04.12.2019

Das Landgericht Schwerin hat heute die Berufung eines Mannes verworfen, der im September 2018 einen jungen Syrer aus rassistischen Motiven angegriffen und erheblich verletzt hatte. Damit hat das Urteil des Amtsgerichtes Wismar vom 26. März diesen Jahres weiter Bestand: 2 Jahre und 6 Monate Haft.

Der Angriff am Abend des 29. August 2018 hatte seinerzeit für Schlagzeilen gesorgt, weil er wenige Tage nach den rassistischen Ausschreitungen und Hetzjagden in Chemnitz stattfand. Die Polizei hatte damals intensiv ermittelt und nach Tatverdächtigen gefahndet. Der heute erneut Verurteilte befindet sich bereits seit dem 31. August 2018 in Haft. Die vorsitzende Richterin am Schweriner Landgericht bestätigte heute weitestgehend das Tatgeschehen, wie es schon das Amtsgericht Wismar festgestellt hatte. Der Betroffene befand sich auf dem Rückweg von einem Gebetsraum, als er vom Verurteilten und mindestens einer weiteren Person zunächst rassistisch beleidigt wurde. Dabei nahmen diese direkten Bezug auf die Tötung eines jungen Mannes in Chemnitz, die als Vorwand für die späteren rechten Ausschreitungen diente. Im Anschluss schlugen und traten sie auf den jungen Mann ein und verletzten in erheblich. Monate nach dem Angriff musste er sich wegen der Tatfolgen einer Operation unterziehen. Er leidet bis heute unter den damaligen Erlebnissen.