In Gedenken an Mohammed Belhadj

Artikel vom 22.04.2020

Vier Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren quälten in der Nacht vom 21. auf den 22. April 2001 den 31-jährigen algerischen Asylsuchenden Mohammed Belhadj stundenlang und erschlagen ihn schließlich mit einem Stein am Ufer des Zarrenthiner Kiessees.

An einer Tankstelle in Greifswald begegnet Mohammed Belhadj am Abend des 21. April 2001 vier jungen Männern. Auf der Suche nach Haschisch wenden sie sich an den Algerier und nehmen ihn im Auto mit. Als sich herausstellt, dass er ihnen nicht helfen kann, fangen sie an, ihn zu schlagen. Es beginnt eine stundenlange Tortur an deren Ende die Täter ihr Opfer töten. Nachdem sie Mohammed Belhadj erschlagen im See zurücklassen äußert einer der Täter Reue, woraufhin ein anderer ihm erwidert: „Mach dich doch nicht fertig. Es war nur ein scheiß Ausländer.“ Mohammed Belhadj erliegt im Wasser seinen Verletzungen.

 Die Täter wurden, teilweise nach Jugendstrafrecht, zu Haftstrafen zwischen acht und elf Jahren verurteilt. Sie seien in „menschenverachtender Weise“ mit ihrem Opfer umgegangen, so das Gericht. Ein rechter Hintergrund wurde in der Verhandlung nicht thematisiert.

 Bis heute ist Mohammed Belhadj nicht staatlich als Opfer rechter Gewalt anerkannt.

Er wird nicht vergessen.