Neonazi wegen rassistischen Angriffs zu Haftstrafe verurteilt

Pressemitteilung vom 09.08.2012

Der 24jährige Christian B. hatte im März diesen Jahres auf dem Wismarer Bahnhof einen Familienvater wegen seiner Hautfarbe rassistisch beschimpft, bedroht und schließlich angegriffen. Dafür wurde er heute vor dem Amtsgericht Wismar zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er befand sich bereits seit der Tat in Untersuchungshaft.

Der Betroffene des Angriffs nahm das Urteil heute mit Erleichterung an. Ihm sei vor allem wichtig, dass die juristische Aufarbeitung mit dem heutigen Urteil voraussichtlich ihren Abschluss gefunden habe. In seiner Zeugenaussage betonte er heute noch einmal, dass ihn der Angriff bis heute vor allem deshalb belaste, weil seine beiden kleinen Kinder damals anwesend waren. Einerseits galt seine Sorge damals vor allem ihnen, andererseits hätten die beiden bis zum heutigen Tag damit zu tun, das Erlebte zu verarbeiten.

Der stark angetrunkene und mehrfach vorbestrafte B. hatte damals eine Flasche in die Richtung des Betroffenen und seiner Kinder geworfen und sie dann verfolgt. Beim Einsteigen beschimpfte er den Familienvater unter anderem als „Neger“ der „aus seinem Land verschwinden“ solle. Dann trat und schlug er mehrfach auf ihn ein. Nur dem couragierten Eingreifen mehrerer PassantInnen ist es zu verdanken, dass der Betroffene dabei nicht erheblich verletzt wurde. Sie stellten sich schützend vor ihn und konnten den Angreifer schließlich überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei fixieren.

Für ihr Eingreifen bedankte sich heute nicht nur der Betroffene bei den jungen Mitreisenden, sondern auch der vorsitzende Richter.
Die heute ausgesprochene Haftstrafe ist eine Gesamtstrafe, mit der auch andere Delikte wie Fahren ohne Führerschein geahndet wurden.