Rechte Angriffe auf antifaschistische Demonstration in Wismar

Pressemitteilung vom 16.04.2007

Polizei spricht dennoch von "weitestgehend störungsfreiem Verlauf"

Im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen die starke rechte Szene in der Hansestadt kam es am vergangenen Samstag zu mehreren Angriffen. So wurde die Veranstaltung von bis zu 50 Rechten begleitet, die immer wieder TeilnehmerInnen bedrohten, beleidigten und anzugreifen versuchten. In der Nähe des rechten Szeneladens "Werwolfshop" wurden Journalisten von ca. 15 Rechten, die teilweise bewaffnet waren, attackiert. Die Betroffenen mussten flüchten.

Die nach eigenen Angaben mit bis zu 200 Beamten anwesende Polizei war nach Einschätzung der Demonstrationsleitung nicht in der Lage oder willens diese massiven Störungen zu unterbinden. So gab es nach bisherigem Erkenntnisstand kaum Platzverweise oder ähnliches, die in vergleichbaren Situationen ausgesprochen werden, um den störungsfreien Verlauf von angemeldeten Kundgebungen zu gewährleisten.

Als die Antifaschisten schließlich zu einem von Rechten bewohnten Haus in der Fischerstraße kamen, wurden sie aus dem Haus mit Stahl- und Glaskugeln beschossen. Dabei wurde ein Kind am Kinn getroffen und eine weitere Person an der Stirn verletzt. Bei der anschließenden Durchsuchung der "Wolfshöhle 2" fand die Polizei zehn mit Stacheldraht umwickelte Axtstile.

"Es ist für uns unverständlich, wie angesichts dieser Tatsachen von einem nahezu störungsfreien Ablauf gesprochen werden kann. Diese Einschätzung ist einmal mehr ein Beleg für den Versuch das rechte Gewaltpotential in Wismar herunterzuspielen. Die Betroffenen der Attacken möchten wir bitten, sich mit uns in Kontakt zu setzen, damit wir sie unterstützen können", so LOBBI.