Versuchter Angriff auf Kundgebung von Geflüchteten in Güstrow

Pressemitteilung vom 30.05.2015

Etwa 15-20 zum Teil vermummte Neonazis versuchten heute eine Kundgebung für Flüchtlingsrechte und gegen Rassismus anzugreifen. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt.

Unter dem Motto „Wir wollen Frieden und Glück“, hatten Flüchtlinge in Güstrow zu einer Kundgebung und einem Nachmittag der Begegnung aufgerufen. Anlass waren alltäglicher Rassismus und regelmäßig stattfindende Demonstrationen und Aktionen von Neonazis gegen Asylsuchende. Etwa 150 Personen, darunter viele Geflüchtete, folgten dem Aufruf. Nach einiger Zeit tauchte eine größere Gruppe aggressiver und zum Teil vermummter Neonazis auf. Unter ihnen wurden von Augenzeug_innen auch der vorbestrafte NPD-Stadtvertreter, Nils Matischent, sowie mutmaßliche Mitglieder der selbsternannten Bürgerwehr ausgemacht. Als sich Teilnehmer_innen der Kundgebung den Neonazis in den Weg stellten, warfen diese mit Stühlen eines Straßencafes auf die Demonstrant_innen. Die wenigen anwesenden Polizist_innen waren mit der Situation sichtlich überfordert, so dass es nur durch Zufall keine Verletzten gab.

„Nach den Ereignissen der letzten Wochen und Monate, war zu befürchten, dass es eine Reaktion der lokalen Naziszene auf diese Veranstaltung geben würde.“, so ein Mitarbeiter der LOBBI. „Der Versuch eine angemeldete Kundgebung anzugreifen ist jedoch selbst für Güstrow ein Novum.“