perspektiven 1

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Frhjahr 2008
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Liebe Leser*innen

der Begriff der Perspektiven hat in der Arbeit der LOBBI zwei wichtige Bedeutungen. Im Sinne von Zukunftsaussichten wollen die Beraterinnen und Berater gemeinsam mit den Betroffenen mutmachende PersPektiven nach rechten Gewalttaten entwickeln. Im Sinne von Blickwinkeln fördert der Verein die Wahrnehmung von Opferperspektiven in der öffentlichen Auseinandersetzung um rassistische, antisemitische und nationalsozialistische Einstellungen und Strukturen. Diesen Aufgaben ist auch dieses Heft verpflichtet. Künftig viermal im Jahr wollen wir auf diesem Wege informieren und sensibilisieren – aber auch Diskussionen anregen.

In der Neugestaltung von Programmen auf Bundesund Landesebene des vergangenen Jahres ist es gelungen, die Unterstützung und Beratung von Betroffenen rechter Gewalt als unabdingbare Aufgabe zu verankern. Das ist ein wichtiger Erfolg! Für die LOBBI kann dies allerdings einen Phyrrussieg bedeuten. Das Arbeitszeitbudget des Vereins wurde praktisch um die Hälfte gekürzt. Bei nur noch vier Beratern und Beraterinnen auf Teilzeit geht es also auch um die PersPektiven eines landesweiten professionellen Beratungsund Interventionsangebots in MecklenburgVorpommern. Und so informieren wir durch dieses Medium auch über unsere Arbeit und hoffen damit neue Unterstützer und Unterstützerinnen zu gewinnen.

Naziaktivitäten

Fünftes NPD-Büro eröffnet

Am 5. Januar 2008 hat die NPD nach Salchow, Rostock, Lübtheen und Ueckermünde jetzt auch in Waren/Müritz ein „Bürgerbüro“ eingerichtet. Der Rostocker Landtagsabgeordnete Birger Lüssow eröffnete den Raum über dem Szenegeschäft zutt ́s Patriotentreff in der Mozartstraße.

Neonazis weichen aus

Der ...

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Rückblick 2007

Im vergangenen Jahr dokumentierte die LOBBI 79 rechte Angriffe in Mecklenburg-Vorpommern. Darunter fallen 36 Körperverletzungen, 27 versuchte Körperverletzungen, Nötigungen und schwerwiegende Bedrohungen sowie 16 Sachbeschädigungen, die sich zielgerichtet gegen Personen richteten. Mindestens 219 Menschen waren im vergangenen Jahr von den Attacken ...

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Kaderschmiede Kinderstube

Karfreitag 2008 Im Schullandheim Tckhude im Landkreis Demmin versammeln sich etwa 30 Personen, unter ihnen viele Kinder. „Ein Familienfest zu Ostern“ wollen sie dort verbringen, wird die NPD wenige Tage spter verknden. Die Tageszeitungen im Bundesland wissen anderes zu berichten: Die Polizei wurde gerufen, weil Uniformierte im Dorf seien. Anwohner berichten von hnlichen Treffen in den vergangenen Jahren – mit Fahnenappellen, Trommeln und Naziparolen. Nach einem harmlosen „Familienfest“ klingt das nicht. Ist es auch nicht, denn hier trifft sich die Heimattreue Deutsche Jugend, kurz HDJ.

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Feindbild alternative Jugendkultur

Jugendliche, die sich für ihre Interessen stark machen und selbstverwaltete, alternative Treffpunkte betreiben, sind zentrale Akteure im Kampf gegen Rechts. Immer wieder zeigt sich, dass es gerade in Städten mit einer lebendigen und attraktiven nicht-rechten Jugendkultur möglich ist, rechte Dominanz in den Jugendkulturen zu verhindern oder zurückzudrängen. Das haben auch NPD und Kameradschaften in Mecklenburg-Vorpommern erkannt.

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Rechte Gewalt in den "Frontstädten"

Im Rückblick auf das Jahr 2007 bestätigt sich, was die BeraterInnen der LOBBI in ihrer Arbeit schon seit längerem beobachten: Mit Gewalt versucht die rechte Szene ihre Territorien abzustecken und baut gleichzeitig ihre Infrastruktur aus. Aktuelle Beispiele: die Städte Wismar und Rostock

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Nicht mehr auf der Tagesordnung

Viel öffentliche Beachtung fand der Plan der Justizministerinnen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und später auch von Amtskollegin Uta-Maria Kuder aus Mecklenburg-Vorpommern, die Strafen für rechte Gewalttäter zu verschärfen. Jetzt ist es still um das Vorhaben geworden.

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Rassistische Motive ausgeblendet

Am 3. März 2008 wurden vor dem Güstrower Amtsgericht vier Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Landfriedensbruchs zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Zwei Täter kamen mit Verwarnungen davon. Die stadtbekannten Rechten hatten Ende August 2007 während der Bützower Gänsemarkttage in einem randalierenden Mob Stände aufgebrochen, einen Döner-Imbiss angegriffen und einen Türken geschlagen.

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Haftstrafe für rechten Schläger bestätigt

Das Landgericht Schwerin bestätigte am 3. Februar die einjährige Freiheitsstrafe für den 23-jährigen Maik R. wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Wismar sah es bereits im September 2007 als erwiesen an, dass der vorbestrafte Rechte am 1. März 2007 einen sudanesischen Studenten rassistisch beschimpft und angegriffen hatte. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich auf Hafturlaub.

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