perspektiven 13

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Frühjahr 2017
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Liebe Leser*innen

die Rechte ist europaweit antieuropäisch eingestellt. Es gehört zu den vielen unlogischen Bestandteilen der nationalistischen Ideologien, dass dennoch die europäische Vernetzung der Rechten voranschreitet.

So gibt es offensichtlich Kontakte der vorpommerschen Neonaziszene nach Polen - als hätte es den Angriffskrieg nie gegeben, als wären antipolnische Agitation und Gewalttaten nicht Bestandteil der hiesigen rechten Szene. 

Rassismus ist das einigende Band deutscher und polnischer Neonazis, die sich bei Aufmärschen und Propagandaaktionen gegen Geflüchtete unterstützen. 

Doch weil es auch jenseits der Oder engagierte Menschen gibt, die sich den Rechten entgegen stellen, haben wir schon vor einiger Zeit ein Interview geführt, das wir nun in diesem Newsletter veröffentlichen wollen.

Ebenfalls europäische Wurzeln hat die »Identitäre Bewegung«, die auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv ist. Einen Überblick zu dieser relativ neuen rechten Gruppierung gibt ein Artikel am Ende dieses Newsletters.

 

(Noch) Nicht viel bewegt

Das vergangene Wahljahr war prägend für die rechte Szene in Mecklenburg-Vorpommern – AfD in den Landtag, NPD raus. Wochenlang schauten Medien auf das Bundesland an der Ostsee. Eine Aufmerksamkeit, die die neurechte Jugendströmung „Identitäre Bewegung“ für ihre Propaganda nutzte. Deren Regionalgruppe in Mecklenburg-Vorpommern veranstaltete im Sommer 2016 zahlreiche Flashmobs, Agit-Prop-Aktionen, Flyer- und Verteilaktionen sowie einige wenige angemeldete Kundgebungen und machte so erstmalig breiter auf sich aufmerksam. Grund genug, einen Blick auf die Organisation und ihre Mitglieder in der Region zu werfen.

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»Viele haben sich von der schlimmsten Seite gezeigt«

Auch in Polen wird der Umgang mit Flüchtlingen kontrovers diskutiert. In diesem Zuge kommt es auch zu Anfeindungen und Übergriffen. Über die Situation im deutsch-polnischen Grenzgebiet sprach die LOBBI im letzten Jahr mit Jan Gorski von »Refugees Szczecin«.

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»Was haben die Menschen gegen uns?«

Noch nie musste die LOBBI so viele rechte Angriffe registrieren wie seit Anfang 2015. Diese Angriffe sind in ihrer großen Mehrzahl rassistisch motiviert. Betroffen sind vor allem Geflüchtete oder andere Menschen, denen ein migrantischer Hintergrund zugeschrieben wird. Ihre Hoffnung, in Frieden leben und sich eine bessere Zukunft aufbauen zu können, weicht einer tiefen Verzweiflung, die von dem Gefühl geprägt ist, mit einer feindlich gesonnenen Umwelt konfrontiert zu sein.

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Mehr als Gewalt

Verprügeln, Feuer legen, Ermorden, Scheiben einwerfen, durch die Stadt jagen – mit diesen gewalttätigen Formen der Ausgrenzung setzt sich die LOBBI seit 15 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern auseinander und berät die Angegriffenen. Aber immer wieder hören wir in diesen Gesprächen von Diskriminierungen, die nicht durch physische Gewalt umgesetzt werden. Im Mai 2016 hat das Modellprojekt Antidiskriminierungsberatung bei der LOBBI begonnen. Ziel ist es, in Absprache mit anderen Initiativen, Vereinen, Selbstorganisationen und Institutionen bis zum Ende des Jahres 2017 eine bislang fehlende tragfähige Struktur im Land zu entwickeln.

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