perspektiven 14

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Winter 2017/18
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Liebe Leser*innen

die  NPD und ihre AnhängerInnen scheinen in die vorhergesagte Bedeutungslosigkeit verschwunden zu sein. Tatsächlich lässt sich in Mecklenburg-Vorpommern der Strukturerhalt durch langjährige Kameradschaftsmitglieder und NPD-AktivistInnen beobachten – bislang unbehelligt von Politik und Öffentlichkeit. Wir widmen diesen neuen Netzwerken alter Kader in einem Artikel besondere Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus sprachen wir anlässlich des 25. Jahrestages des rassistischen Pogroms von Rostock-Lichtenhagen im August 2017 mit dem Sprecher der migrantischen Selbstorganisation MIGRANET-MV über die Ereignisse und das Gedenken in der Hansestadt.

Ebenfalls jährte sich, im November 2017, die Aufdeckung der Kerngruppe des sogenannten NSU. Zum bevorstehenden Ende des Prozesses vor dem Landgericht München möchten wir erneut die Betroffenenperspektive in den Mittelpunkt rücken und fordern weiter aktive Aufklärung und ein würdiges Gedenken – auch in Mecklenburg Vorpommern.

Außerdem blicken wir zurück auf unser Modellprojekt zum Thema Antidiskriminierungsberatung in Mecklenburg-Vorpommern, das viele Impulse setzen konnte, jedoch bislang nicht auf einen politischen Willen im Bundesland setzen kann.

Genosse Kamerad!

Seit dem Ausscheiden der NPD aus dem Landtag treten deren dienstälteste Kader öffentlich kaum noch in Erscheinung. Doch das Leisetreten hat Strategie. Während bekannte Strukturen im Westen des Bundeslandes ohne großes Aufsehen eine Genossenschaft gründen, sorgen alte Netzwerke im Osten ebenso für eine wirtschaftliche Absicherung wie für ein rechtes Freizeitangebot. Politik und Öffentlichkeit verhalten sich bislang nahezu desinteressiert.

 

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Unterstützung für Betroffene von Diskriminierung: In M-V kein Thema?

Der verweigerte Diskobesuch aufgrund der Herkunft: „Von euch haben wir heute schon genug drinnen!“ Das Verbot, ein Freizeitbad in längerer Badebekleidung als einem Bikini zu betreten: »Wir wollen keine Vermummung [sic!] unterstützen! Was üblich ist, entscheiden wir.« Die Absage einer Personalverantwortlichen an eine trans*idente Person: »So können Sie nicht rumlaufen! Sie sind ja noch nicht operiert.«

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»Die, die das gemacht haben, ...

... sollen nicht denken, weil sie neun Leben ausgelöscht haben, dass wir dieses Land verlassen werden. Wir sind ein Teil dieses Landes, und wir werden hier weiterleben.«

(Elif Kubaşık am 21. Oktober 2017 in München)

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Zum Nachdenken gebracht?

Anfang 2016 verübten rechte Schläger in Wismar eine ganze Reihe rassistisch motivierter Angriffe, von denen vor allem junge Männer aus Eritrea betroffen waren. So auch am 27. Februar, als zwei angetrunkene, junge Deutsche zwei junge Männer aus Eritrea rassistisch beleidigen. Als sie diese schließlich angreifen wollten, stellte sich ihnen deren Begleiter in den Weg. Einer der beiden Rechten schlug ihm daraufhin mit der Faust ins Gesicht. Dabei trug er Schlaghandschuhe. Gleichzeitig zog der zweite Angreifer ein Messer. Nachdem die drei Betroffenen in einen Hauseingang geflohen waren, zerstachen die Rechten an deren Auto mehrere Reifen und zerschlugen einen Spiegel.

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Unverständnis

Mehrere Deutsche attackieren am 24. Juli 2016 am Rande des Ueckermünder Hafffestes eine Gruppe Geflüchteter. Vor Gericht landet im August des vergangenen Jahres jedoch nur einer und zudem der Falsche – vermeidbarer Aufwand, denn die Behörden haben es versäumt, sprachliche Missverständnisse im Vorfeld aufzuklären.

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