perspektiven 3

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Herbst 2008
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Liebe Leser*innen

die Rostocker Polizei verhinderte im November ein Konzert mit der vorpommerschen Rechtsrockband Die Liebenfels Kappelle. Die angereisten Gäste waren danach „schlecht gelaunt“, weil ihnen das Mitsingen von Titeln wie „Deutschland bleibt Deutschland“ versagt blieb. „Kein Abkommen, kein Vertrag, wird uns je die Heimat nehmen“ und „wird in Königsberg bald wieder Deutsches Banner, hoch im Winde weh‘n!“ heißt es in diesem Lied. Mit diesem Song liefert die Band gewissermaßen den Soundtrack für die antipolnische Propaganda der Neonazi-Szene im Land. Der Text in der Mitte des Heftes beleuchtet dieses Themen und Aktionsfeld von NPD und Kameradschaften näher.

Wie wichtig Information über Erscheinungsformen der rechten Szene sind, zeigt der Vorfall vom 09. November in Waren. Hinter einer Gruppe Maskierter, die eine Veranstaltung anlässlich der Pogromnacht störten, vermutete die Stadtverwaltung öffentlichkeitswirksam die Antifaschistische Initiative Röbel und ist damit dem Mummenschanz sogenannter Autonomer Nationalisten aufgesessen. Allerdings offenbart diese Einschätzung auch eine mangelnde inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Annahme, eine Antifa-Gruppe würde eine Gedenkveranstaltung mit antisemitischen Parolen stören, ist nicht nur völlig abwegig – diese undifferenzierte Analyse diskreditiert auch das wichtige Engagement von Jugendlichen gegen Rechts.

Naziaktivitäten

Braunes Fussballturnier

Am 06. September findet in einem Dorf im Landkreis Parchim unter den Augen der Polizei ein Fussballturnier mit fünfzehn Teams aus der rechten Szene statt. Unter den mehr als einhundert Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern befinden sich ...

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Risse in der "Volksfront von rechts"?

Der Konflikt zwischen NPD und den sogenannten Autonomen nAtionAlisten spielte bislang in Mecklenburg-Vorpommern kaum eine Rolle. Doch in Stralsund kommt es am 03. Oktober zum Eklat: ein Neonaziaufmarsch spaltet sich und zwei Gruppen marschieren getrennt.

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Das ganze Deutschland soll es sein

Mit einer Mischung aus Revanchismus, dem Schüren von Vorbehalten und gezielten Sachbeschädigungen agiert die rechte Szene gegen den Zuzug von Polen und Polinnen nach Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere im Landkreis Uecker-Randow ist im Zuge der anstehenden Kommunalwahlen für 2009 mit einer weiteren Zunahme antipolnischer Propaganda zu rechnen.

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Im Westen was Neues

Viele Vertreter/innen von Medien, Politik und Wissenschaft, sowie manche/r Bewohner/in der alten Bundesländer fokussieren ihre Wahrnehmung rechtsmotivierter Angriffe und die Auseinandersetzung mit dem Thema auf die Situation im Gebiet der ehemaligen DDR. Jetzt werden im Westen Beratungsnetzwerke gegen Rechts installiert. Welchen Stellenwert die Opferperspektive und die praktische Unterstützung von Betroffenen rechter Gewalt dabei einnehmen, ist noch ungewiss.

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Haftstrafen nach Angriff auf Punk verhängt

Das Stralsunder Jugendschöffengericht hat am 23.Oktober zwei rechte Schläger wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von 9 und 12 Monaten verurteilt. Eine der Strafen wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die beiden Angeklagten hatten am 09. Juni diesen Jahres einen Punk in Stralsund Grünhufe ...

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Arabische Familie bedroht Jugendarrest

Am 10. Mai diesen Jahres wartet ein aus Kuwait stammendes Ehepaar mit seinen drei Kindern auf dem Wismarer Bahnhof auf einen Zug nach Schwerin. Der gelernte Journalist und seine Frau werden von zwei palästinensischen Freunden begleitet, die jeweils ein Kind bei ...

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