perspektiven 4

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Frhjahr 2009
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Liebe Leser*innen

in vielen Fällen werden nach rechtsmotivierten Angriffen die Täter ermittelt und verurteilt. Manchmal aber ist dies, auch nach intensiven polizeilichen Nachforschungen, nicht möglich. Die Opfer können das akzeptieren, wenn für sie nachvollziehbar ist, dass die Polizei das Mögliche versucht hat, um die Angreifer zu identifizieren.

Für die Betroffenen des Angriffs in Bad Kleinen wird das wohl kaum zutreffen. Besondere Brisanz kommt dem Fall zu, weil die Art des Angriffs und das Verhalten der Polizei an den Überfall auf NazigegnerInnen am Bahnhof Pölchow im Juni 2007 erinnern. In diesem Fall wurde spät und auch nur gegen drei mutmaßliche SchlägerAnklageerhoben. Noch immer ist kein Prozesstermin bekannt. Vermutlich wird dieser nicht vor Juni stattfinden – erst zwei Jahre nach dem Angriff.

Die Täter stammten in beiden Fällen aus dem Umfeld von NPD und Kameradschaften aus MecklenburgVorpommern. Die Angreifer kommen weitgehend ungeschoren davon und können sich unbehelligt den Wahlkämpfen widmen. Im Internet verhöhnt ein Rechter die Betroffenen: „Nach ‚Endstation Pölchow‘ folgte nun wohl ‚Zwischenstopp Bad Kleinen‘. In MV benimmt sich der gewöhnliche Antifaschist wohl besser... Sonst gibt es Ordnungsbackse! “.

Naziaktivitten

Altes Modell in neuen Städten

Die „Bürgerinitiativen“-Methode mit der sich Neonazis zum Teil erfolgreich einen seriösen Anstrich geben, findet Nachahmer. Seit November 2008 ist eine Interessengemeinschaft „Schöneres Strasburg“ mit einer Website im Internet präsent. Die Gruppe ist schon seit 2006 in der ...

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Sechs Millionen sind nicht genug

Ein Moment der Fassungslosigkeit herrschte am 09. November auf dem Marktplatz von Waren (Müritz). Zahlreiche Menschen hatten sich dort versammelt, um an die Reichspogromnacht zu erinnern und der einheimischen Opfer des Holocaust zu gedenken. Plötzlich tauchte eine Gruppe vermummter Neonazis auf und störte die Veranstaltung. Kein Einzelfall: Eine Welle antisemitisch motivierter Aktionen ist derzeit in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten.

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Eine Positionierung: Ja, wir haben ein Problem!

Für kontroverse Diskussionen in Malchin und mediale Aufmerksamkeit sorgten in der Vergangenheit weniger die Aktivitäten der „Autonomen Nationalisten“ aus der dortigen Kameradschaft, sondern die Gegenaktivitäten. Dabei ist die rechte Szene in der Kleinstadt im Landkreis Demmin ein äußerst aktiver Bestandteil in den Neonazi-Netzwerken von Mecklenburg-Vorpommern. Kameradschaftsmitglieder werden für Angriffe auf alternative Jugendliche, Propagandaaktionen und Sprühereien im Ort selbst und darüber hinaus verantwortlich gemacht. LOBBI sprach mit drei Malchiner Jugendlichen über die Situation in der Stadt.

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Rckblick 2008

Über einhundert Angriffe im letzten Jahr belegen die anhaltende Gewaltbereitschaft der rechten Szene in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem die Zahl zielgerichteter Sachbeschädigungen stieg an. Die LOBBI konnte vielen Betroffenen Beratung und Unterstützung anbieten.

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berfall bleibt offenbar straffrei

Nach einem Aufmarsch am 01. Mai 2008 in Hamburg überfielen Neonazis am Bahnhof Bad Kleinen GegendemonstrantInnen. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen wurden ergebnislos eingestellt. Nun werden Vorwürfe gegen Polizeibeamte untersucht.

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