perspektiven 6

Rundbrief der LOBBI, erschienen im Winter 2009/10
« zurück zur Übersicht

Liebe Leser*innen

hin und wieder bekommt die LOBBI Anfragen in der Art: Kann ich mit einer multikulturellen Jugendgruppe an der Ostsee die Ferien verbringen? Oder: Ich möchte in den Ort XY ziehen. Ist meine aus Asien stammende Frau dort sicher? Oder wie die jüngste Anfrage im Dezember: Ich habe ein afrikanisches Kind. Kann ich auf der Insel ein Ferienhaus erwerben oder werden wir dort angepöbelt?

Was würden Sie antworten? Zu sagen „Da passiert schon nix. Schönen Urlaub!“ wäre fahrlässig. Denn es gab und gibt in Mecklenburg-Vorpommern rassistisch motivierte verbale und körperliche Attacken. Andererseits möchten wir diesen Menschen weder die zweifellos schönen Erholungsmöglichkeiten vorenthalten. Noch wollen wir unfreiwillig daran mitwirken, dass das Bild der „weißen Strände“ sich nicht nur auf den Sand, sondern auf die Hautfarbe der Gäste bezieht.

Wir nehmen die Befürchtungen der Fragenden ernst und geben ihnen eine möglichst objektive Beschreibung der Lage vor Ort. Wir haben den Eindruck, dass dies bislang glücklicherweise nicht dazu geführt hat, dass die Betreffenden ihre Pläne aufgegeben haben.

Die Anfragen machen deutlich, dass rechte Gewalt und der Umgang damit über die direkt Angegriffenen hinaus Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl von ganzen Gruppen hat. Sind es 100 Menschen, die aus diesen Gründen nicht nach M-V kommen? Sind es 1000? Oder mehr? Und das ist nicht (nur) eine Frage für die Tourismusindustrie!

Naziktivitten

Volksverhetzung 1800 € „wert“

Vor dem Landgericht Stralsund fand am 22. September die Berufungsverhandlung gegen die Neonazis Robert Rupprecht und Nico Blödorn statt. Den beiden Aktivisten des Freundeskreis Avanti wurde vorgeworfen, auf einer Informationsveranstaltung des Anne Frank Zentrums 2006 in Grimmen selbstproduzierte ...

weiterlesen...

Siedeln mit historischem Bewusstsein

Auf den ersten Blick wirken sie wie viele andere „AussteigerInnen“, die ihr Glck auf dem flachen Land suchen: alternativen Lebensentwrfen verbunden und kologisch orientiert. Doch der erste Eindruck tuscht: Die sich da in den Landkreisen Gstrow und Nordwestmecklenburg niedergelassen haben, sind keineswegs so harmlos, wie sie sich selbst gerne geben. Ihre politische Heimat haben sie im vlkischen Milieu der rechten Szene.

weiterlesen...

Die letzte Konsequenz

Es ist die extremste Manifestation eines Menschenbildes, das auf Ungleichwertigkeit basiert. Nicht nur diskriminieren, nicht nur vertreiben, nicht nur verletzen – vernichten wollten die Verantwortlichen für die tödlichen Angriffe auf MigrantInnen, Obdachlose oder linke Jugendliche. Wenn sie nicht vorsätzlich mordeten, war ihnen das Leben ihrer Opfer zumindest egal.

Uneins über das tatsächliche Ausmaß von rechtsmotivierten Tötungsdelikten sind sich Behörden auf der einen, nichtstaatliche Organisationen und JournalistInnen auf der anderen Seite. Auch über die Anzahl der Todesopfer in Mecklenburg-Vorpommern besteht Dissens.

weiterlesen...

Mehr Opferrechte

Mit dem 01. Oktober 2009 ist das 2. Opferrechtsreformgesetz in Kraft getreten. Politik und Opferverbände loben die neuen Regelungen, die Geschädigten mehr Rechte zur Teilhabe am Strafverfahren einräumen. LOBBI befragte dazu die Rechtsanwältin Verina Speckin aus Rostock.

weiterlesen...

Bewhrungsstrafen nach Angriff auf Polizei

In einem Löcknitzer Garagenkomplex hatten sich am 20. April vergangenen Jahres über 20 Rechte versammelt, um dort den Geburtstag Adolf Hitlers zu feiern. Zwei Polizisten fuhren an diesem Abend routinemäßig Streife, als sie von mehreren Personen in ihrem Wagen angegriffen und ...

weiterlesen...

Rechter Schlger aus Gadebusch verurteilt

Für den 14. März diesesEine Gruppe von etwa 50 Rechten hatte während des Gadebuscher Münzfestes am 06. Juli 2008 alternative Jugendliche beschimpft, bedroht und immer wieder attackiert. Die Ausschreitungen dauerten mehrere Stunden an, auch weil die anwesende Polizei lange Zeit nicht ...

weiterlesen...

berfall bleibt ohne juristische Konsequenzen

Jahres hatte die Gruppe Viva la Utopia in Güstrow eine Demonstration unter dem Motto „Für eine bunte, aufgeschlossene und demokratische Gesellschaft – Gegen Nazis“ organisiert. Die Jugendlichen wollten damit ein klares Zeichen gegen zunehmende rechte Aktivitäten in der Stadt setzen. Die ...

weiterlesen...