Was Sie tun können

Nicht wegschauen - eingreifen!

Rechte Übergriffe finden oft in aller Öffentlichkeit statt. Sie können verhindert werden, wenn sich mehr Menschen mit den Betroffenen solidarisieren und nicht wegschauen. Allgemeingültige Verhaltensregeln gibt es dabei nicht. Aber diese zehn Punkte für Zivilcourage (siehe unten) sind vielleicht hilfreich, wenn Sie beim nächsten mal eingreifen.

Übergriffe melden

Sind Sie selbst von rechten Übergriffen betroffen? Haben Sie rechte Gewalt beobachtet oder von Übergriffen gehört? Rechte Übergriffe und Diskriminierungen werden häufig nicht öffentlich. Ihre Mitteilung kann helfen, dass wir den Betroffenen unser Unterstützungsangebot übermitteln können. Außerdem können wir so das Ausmaß rechter Gewalt dokumentieren.

Informieren Sie uns in unseren Regionalbüros.

Aktiv gegen Rechts

Wollen Sie selbst in Ihrer Stadt oder Gemeinde Betroffene rechter Gewalt unterstützen? Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung. Suchen Sie andere Gruppen in Ihrer Region, die zum Thema Rechtsextremismus aktiv sind? Wir versuchen gerne Kontakte zu vermitteln. Sehen Sie auch in unserer Link-Liste nach.

Spenden

Sie können unsere Arbeit auch durch Ihre Spende fördern. Wollen Sie eine/n bestimmte/n Betroffene/n unterstützen, geben vermerken Sie das bitte im Feld "Verwendungszweck". Spenden sind steuerlich absetztbar. Eine entsprechende Bescheinigung stellen wir Ihnen gerne aus.

Unser Spendenkonto:
LOBBI
Ostseesparkasse Rostock
IBAN: DE22 1305 0000 0205 0405 94
BIC: NOLADE21ROS

10 Punkte für Zivilcourage

1. Seien Sie vorbereitet
  • Denken Sie sich eine Situation aus, in der ein Mensch belästigt, bedroht oder angegriffen wird.
    (Bsp.: Ein farbiges Mädchen wird in der Bahn von zwei glatzköpfigen Männern angepöbelt)
  • Überlegen Sie, was Sie in einer solchen Situation fühlen würden.
  • Überlegen Sie, was genau Sie in einer solchen Situation tun würden.

2. Bleiben Sie ruhig

  • Konzentrieren Sie sich darauf, das zu tun, was Sie sich vorgenommen haben. Lassen Sie sich nicht ablenken von Gefühlen wie Angst oder Ärger.

3. Handeln Sie sofort

  • Reagieren Sie immer und sofort, warten Sie nicht, dass ein anderer hilft. Je länger Sie zögern, desto schwieriger wird es, einzugreifen.

4. Holen Sie Hilfe

  • In der Bahn: Nehmen Sie Ihr Handy und rufen Sie die Polizei oder ziehen Sie die Notbremse.
  • Im Bus: Alarmieren Sie den Busfahrer.
  • Auf der Straße: Schreien Sie laut, am besten "Feuer!", darauf reagiert jeder.

5. Erzeugen Sie Aufmerksamkeit

  • Sprechen Sie andere Zuschauer persönlich an.
  • Ziehen Sie sie in die Verantwortung: "Sie in der gelben Jacke, würden Sie bitte den Busfahrer rufen?".
  • Sprechen Sie laut. Ihre Stimme gibt Ihnen Selbstvertrauen und ermutigt Andere zum Einschreiten.

6. Verunsichern Sie den Täter

  • Schreien Sie laut und schrill. Das geht auch, wenn die Stimme versagt.

7. Halten Sie zum Opfer

  • Nehmen Sie Blickkontakt zum Opfer auf. Das vermindert seine Angst.
  • Sprechen Sie das Opfer direkt an: "Ich helfe Ihnen".

8. Wenden Sie keine Gewalt an

  • Spielen Sie nicht den Helden und begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr.
  • Setzen Sie keine Waffen ein, diese führen häufig zur Eskalation.
  • Fassen Sie den Täter niemals an, er kann dann schnell aggressiv werden.
  • Lassen Sie sich selbst nicht provozieren, bleiben Sie ruhig.

9. Provozieren Sie den Täter nicht

  • Duzen den Täter nicht, damit andere nicht denken, Sie würden ihn kennen.
  • Starren Sie dem Angreifer nicht direkt in die Augen, das könnte ihn noch aggressiver machen.
  • Kritisieren Sie sein Verhalten, nicht aber seine Person.

10. Rufen Sie die Polizei

  • Beobachten Sie genau und merken Sie sich Gesichter, Kleidung und Fluchtweg der Täter.
  • Erstatten Sie Anzeige und melden Sie sich als Zeuge.

Quelle: Augen auf - Zivilcourage zeigen